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Cholezystektomie – Gallenblase OP für eine beschwerdefreie Verdauung
Die Cholezystektomie ist die operative Entfernung der Gallenblase und zählt zu den häufigsten chirurgischen Eingriffen. Gallensteine, Entzündungen oder Funktionsstörungen der Gallenblase machen diesen Eingriff notwendig. Die Cholezystektomie wird heute minimalinvasiv per Laparoskopie durchgeführt, verläuft schonend und ist häufig ambulant möglich. Da die Gallenblase kein lebenswichtiges Organ ist, funktioniert die Verdauung auch ohne sie gut. Die Klinik Seechirurgie ist auf minimalinvasive Techniken spezialisiert und bietet die Gallenblase OP auch ambulant an.
Funktion der Gallenblase bei der Fettverdauung
Die Gallenblase ist ein kleines Hohlorgan unterhalb der Leber und übernimmt eine zentrale Aufgabe bei der Fettverdauung. Sie speichert die in der Leber produzierte Gallenflüssigkeit und dickt diese ein. Die Galle besteht aus Wasser, Gallensalzen, Abfallstoffen und Cholesterin. Nach fettreichen Mahlzeiten gibt die Gallenblase die konzentrierte Galle in den Dünndarm ab, wo die Galle Nahrungsfette emulgiert und damit besser verdaulich macht.
Zusammenhang zwischen Cholesterin und Gallensteinen
Normalerweise lösen Gallensalze das Cholesterin in der Galle vollständig auf. Gerät dieses Gleichgewicht aus der Balance – etwa durch eine erhöhte Cholesterinkonzentration, einen Mangel an Gallensalzen oder eine gestörte Entleerung der Gallenblase – kristallisiert das Cholesterin aus. Aus diesen Kristallen entwickeln sich Gallensteine, die als Cholesterinsteine den häufigsten Gallensteintyp darstellen. Gallensteine betreffen etwa 15–20 % der erwachsenen Bevölkerung, viele Betroffene bleiben jedoch symptomfrei.
Erkrankungen der Gallenblase als Grund für die Cholezystektomie
Die Cholezystektomie wird empfohlen, wenn Beschwerden oder Komplikationen durch Gallenblasenerkrankungen auftreten. Der häufigste Grund sind Gallensteine (Cholelithiasis), die Gallenkoliken, Druckgefühl oder Übelkeit auslösen und das Risiko für Entzündungen oder Verschlüsse der Gallengänge erhöhen.
Eine Gallenblasenentzündung (Cholezystitis) entsteht meist infolge von Gallensteinen und kann akut oder chronisch verlaufen. Unbehandelt drohen ernsthafte Komplikationen bis hin zur Perforation. Gallengangssteine (Choledocholithiasis) gelangen in den Hauptgallengang und verursachen dort Gelbsucht, Infektionen oder eine Bauchspeicheldrüsenentzündung.
Gallenblasenpolypen erfordern vor allem dann eine Entfernung, wenn sie grösser oder auffällig sind, um bösartige Veränderungen auszuschliessen. In seltenen Fällen führt eine gestörte Entleerung der Gallenblase (Dyskinesie) zu chronischen Gallenbeschwerden – auch ohne sichtbare Steine. Bei einem Tumorverdacht oder Hinweisen auf Gallenblasenkrebs wird die Gallenblase zur weiteren Abklärung ebenfalls operativ entfernt.
Diagnostik vor der Gallenblase OP
Vor einer geplanten Cholezystektomie ist eine sorgfältige Diagnostik unerlässlich. Die präoperative Diagnostik vor der Cholezystektomie identifiziert die Ursache der Gallenbeschwerden, erkennt Komplikationen frühzeitig und bereitet die Gallenblase OP optimal vor.
Die Ultraschalluntersuchung des Oberbauchs gilt als wichtigste bildgebende Methode und stellt Gallensteine, Gallenblasenentzündungen sowie Wandveränderungen dar. Leber und Gallengänge werden dabei mitbeurteilt. Blutuntersuchungen liefern Entzündungswerte sowie Leber- und Gallenparameter wie Bilirubin, die Aufschluss über Infektionen oder einen Gallestau geben.
Bei Verdacht auf Steine, Engstellen oder Tumoren in den Gallenwegen kommt die retrograde Cholangiographie zum Einsatz. Bei der retrograden Cholangiographie wird Röntgenkontrastmittel gegen den normalen Gallefluss in die Gallenwege eingebracht – vom Zwölffingerdarm zurück Richtung Leber. Die klinische Untersuchung umfasst die Prüfung typischer Druckschmerzen im rechten Oberbauch sowie die Erhebung Ihrer Krankengeschichte.
Bei unklaren Befunden kann eine MRCP (Magnetresonanzdarstellung der Gallenwege) oder eine Computertomographie notwendig werden. Liegen Steine im Gallengang vor, erfolgt vor der Gallenblase OP gegebenenfalls eine ERCP zur endoskopischen Entfernung. Unser Team legt grossen Wert auf eine fundierte Abklärung und bespricht mit Ihnen alle Befunde und nächsten Schritte transparent und persönlich.
Die Standarddiagnostik vor einer Cholezystektomie umfasst Ultraschall des Oberbauchs und Blutbild. Bei Verdacht auf Gallengangssteine kann zusätzlich eine MRCP oder ERCP erforderlich sein.
Ablauf der Cholezystektomie – minimalinvasive Schlüssellochtechnik
Die Cholezystektomie gehört zu den häufigsten chirurgischen Eingriffen weltweit. In der Schweiz führen Chirurgen diesen Eingriff jährlich bei rund 12.000 bis 15.000 Patientinnen und Patienten durch. Die Gallenblase OP erfolgt in der Regel minimalinvasiv per Laparoskopie unter Vollnarkose.
Nach der Desinfektion des Bauchraums setzt der Chirurg mehrere kleine Hautschnitte in der Nähe des Bauchnabels. Durch diese Schnitte führt das OP-Team feine Operationsinstrumente sowie ein Laparoskop (Kamera) in den Bauchraum ein. Die Bauchhöhle wird zuvor mit Kohlendioxid-Gas leicht aufgebläht, um die Sicht auf die inneren Organe zu verbessern.
Zuerst legt der Chirurg die Gallenblase vorsichtig frei. Gallenblasengang (Ductus cysticus) und zugehörige Arterie (Arteria cystica) werden dargestellt, mit kleinen Clips verschlossen und durchtrennt. Dann löst das OP-Team die Gallenblase von der Leber und entnimmt sie in einem kleinen Beutel durch einen der Einschnitte. Die Schnitte werden mit Nähten oder Hautkleber verschlossen.
Der Eingriff verläuft meist komplikationslos. Patientinnen und Patienten können in der Regel nach einem kurzen Aufenthalt im Aufwachraum noch am selben Tag oder nach 2 bis 3 Tagen nach Hause zurückkehren. In seltenen Fällen – etwa bei starken Entzündungen oder Verwachsungen – kann eine offene Operation mit einem grösseren Bauchschnitt notwendig sein.
Gallensteine entfernen ohne OP: Konservative Therapieoptionen
Bei Gallensteinen kommen konservative (nicht-operative) Behandlungsmethoden vor allem dann in Frage, wenn die Steine keine Beschwerden verursachen, der Patient nicht operationsfähig ist oder eine Operation aus anderen Gründen vermieden werden soll. Hier ein Überblick über die wichtigsten Ansätze:
Abwartendes Vorgehen (Watchful Waiting)
Bei zufällig entdeckten, asymptomatischen Gallensteinen wird in der Regel keine Behandlung empfohlen. Da nur etwa 20–25 % dieser Steinträger im Laufe ihres Lebens Beschwerden entwickeln, genügt meist eine Beobachtung mit allfälligen Ultraschallkontrollen.
Ernährungs- und Lebensstilmassnahmen
Eine fettarme, ballaststoffreiche Ernährung kann Beschwerden wie Völlegefühl oder leichte Koliken reduzieren. Empfohlen werden regelmässige Mahlzeiten (längere Fastenphasen begünstigen die Gallensteinbildung), das Vermeiden sehr fettreicher Speisen sowie eine langsame, kontrollierte Gewichtsabnahme bei Übergewicht – denn rasches Abnehmen fördert die Steinbildung zusätzlich. Ausreichend Bewegung wirkt ebenfalls vorbeugend.
Medikamentöse Litholyse (Steinauflösung)
Mit Ursodesoxycholsäure (UDCA) können kleine, reine Cholesterinsteine bei funktionstüchtiger Gallenblase über Monate bis Jahre langsam aufgelöst werden. Voraussetzungen sind Steine unter etwa 5–10 mm Durchmesser, keine Verkalkungen und eine durchgängige Gallenblase. Die Erfolgsquote ist allerdings begrenzt, und die Rezidivrate nach Absetzen liegt bei rund 50 % innert fünf Jahren. Diese Methode wird heute eher selten und nur in ausgewählten Fällen angewendet.
Extrakorporale Stosswellenlithotripsie (ESWL)
Bei dieser Methode werden die Steine durch von aussen applizierte Stosswellen zertrümmert, damit die Bruchstücke abgehen oder medikamentös aufgelöst werden können. Die ESWL wird heute bei Gallensteinen nur noch in Einzelfällen eingesetzt, da die Ergebnisse langfristig weniger zuverlässig sind als eine Cholezystektomie.
Symptomatische Therapie bei Koliken
Während einer akuten Gallenkolik werden krampflösende Medikamente (Spasmolytika wie Butylscopolamin) sowie Schmerzmittel (z. B. Metamizol oder NSAR wie Diclofenac) eingesetzt. Bei Anzeichen einer Entzündung (Cholezystitis) oder einer Infektion werden zusätzlich Antibiotika verabreicht – dies ist jedoch meist eine Überbrückung bis zur definitiven Therapie.
Endoskopische Verfahren bei Gallengangssteinen
Steine, die aus der Gallenblase in den Hauptgallengang gewandert sind, können mittels ERCP (endoskopisch retrograde Cholangiopankreatikographie) entfernt werden. Dabei wird die Papille gespalten (Papillotomie) und die Steine werden mit einem Körbchen oder Ballon geborgen. Dies ist im engeren Sinn kein operatives, sondern ein endoskopisches Verfahren und wird häufig vor einer geplanten Gallenblasenentfernung durchgeführt.
Wichtige Einschränkung
Die meisten konservativen Methoden behandeln nur die Steine, nicht jedoch die Grunderkrankung der Gallenblase. Rezidive sind häufig. Sobald Gallensteine wiederholt Beschwerden oder Komplikationen (Entzündung, Gelbsucht, Pankreatitis) verursachen, gilt die laparoskopische Cholezystektomie als Standardbehandlung – sie ist die einzige definitive Therapie.
Akute Gallenschmerzen: Sofortmassnahmen
Bei akuten Gallenschmerzen (Gallenkolik) gibt es einige Sofortmassnahmen, die Linderung verschaffen können. Wichtig vorab: Starke, anhaltende Oberbauchschmerzen – besonders mit Fieber, Gelbsucht, Erbrechen oder Schüttelfrost – sind immer ein Grund, umgehend ärztliche Hilfe aufzusuchen oder den Notruf (144 in der Schweiz) zu alarmieren.
Ruhe und Lagerung
Eine bequeme Position einnehmen, bei der die Bauchmuskulatur entspannt ist – häufig wird eine halb sitzende Haltung oder Seitenlage mit leicht angezogenen Knien als angenehm empfunden. Körperliche Anstrengung und hektische Bewegungen sollten vermieden werden.
Wärmeanwendung
Eine Wärmflasche, ein Kirschkernkissen oder ein warmes Körnerkissen auf den rechten Oberbauch oder Rücken wirkt krampflösend und schmerzlindernd. Auch ein warmes Bad kann helfen – vorausgesetzt, es besteht kein Fieber und kein Verdacht auf eine Entzündung (Cholezystitis). Bei Fieber oder Verdacht auf Entzündung ist Wärme kontraindiziert; dann sind eher kühle Umschläge angezeigt.
Nahrungskarenz
Während einer akuten Kolik sollte auf Essen verzichtet werden, da jede Nahrungsaufnahme – besonders von Fett – die Gallenblase zur Kontraktion anregt und die Schmerzen verstärkt. Kleine Schlucke Wasser oder ungesüssten Tee (z. B. Kamille, Pfefferminze) sind in der Regel verträglich.
Krampflösende und schmerzlindernde Medikamente
Sofern vom Arzt verordnet oder verträglich, können krampflösende Mittel wie Butylscopolamin (Buscopan) eingenommen werden. Als Schmerzmittel eignen sich Metamizol (Novalgin) oder Paracetamol. NSAR wie Diclofenac oder Ibuprofen wirken ebenfalls gut, sollten aber nicht bei bekannten Magengeschwüren oder Nierenproblemen eingesetzt werden. Opiate und insbesondere Morphin werden ärztlich zurückhaltend verwendet, da sie den Schliessmuskel am Gallengang (Sphincter Oddi) verkrampfen können – besser geeignet sind Pethidin oder Buprenorphin, die ausschliesslich im medizinischen Umfeld verabreicht werden.
Entspannungstechniken
Ruhige, tiefe Bauchatmung kann helfen, die verkrampfte Muskulatur zu lockern. Hektik, Stress und Anspannung sollten vermieden werden, da sie die Schmerzwahrnehmung verstärken.
Was vermieden werden sollte
Keine fettreichen Speisen, kein Alkohol, kein Kaffee und keine blähenden Lebensmittel während oder unmittelbar nach der Kolik. Auch kalte Getränke können die Beschwerden verstärken. Auf keinen Fall sollte eigenständig eine Dauermedikation mit starken Schmerzmitteln begonnen werden.
Wann sofort ärztliche Hilfe nötig ist
Umgehend in die Notaufnahme oder Notruf 144 wählen bei:
- Schmerzen, die länger als 4–6 Stunden anhalten
- Fieber über 38,5 °C oder Schüttelfrost
- Gelbfärbung der Haut oder Augen (Ikterus)
- Dunklem Urin und hellem (entfärbtem) Stuhl
- Starkem, wiederholtem Erbrechen
- Kreislaufproblemen, Schwindel, Verwirrtheit
- Bretthartem Bauch oder Abwehrspannung
Diese Symptome können auf Komplikationen wie eine Gallenblasenentzündung (Cholezystitis), einen Gallengangsverschluss, eine Cholangitis oder eine biliäre Pankreatitis hinweisen, die umgehend behandelt werden müssen.
Nach der akuten Episode
Nach Abklingen der Kolik ist eine ärztliche Abklärung (Ultraschall, Laboruntersuchung) wichtig, um die Ursache zu klären und das weitere Vorgehen – häufig eine geplante Gallenblasenentfernung – zu besprechen. Denn nach einer ersten Kolik treten bei rund 70 % der Betroffenen innert zwei Jahren erneut Beschwerden auf.
Gallenblasenperforation als chirurgischer Notfall
Eine perforierte Gallenblase stellt einen medizinischen Notfall dar, der eine sofortige Not-OP erfordert. Ursache ist meist eine akute Gallenblasenentzündung, ausgelöst durch Gallensteine. Blockiert ein Stein den Gallenblasengang, staut sich die Galle auf und erhöht den Druck in der Gallenblase. Die Wand der Gallenblase wird dadurch geschwächt, was zu einer Durchblutungsstörung und letztlich zur Perforation führen kann.
Bei einem Durchbruch tritt Galle in den Bauchraum aus. Die aggressive Gallenflüssigkeit reizt das empfindliche Bauchfell und kann eine schwere Bauchfellentzündung (Peritonitis) oder eine lebensbedrohliche Sepsis verursachen. Sammelt sich die Galle lokal an, entstehen Abszesse.
Die Symptome setzen meist heftig und plötzlich ein: starke Gallenschmerzen im rechten Oberbauch, Fieber, Übelkeit, eine harte Bauchdecke und allgemeine Verschlechterung bis hin zu Schocksymptomen. Die Behandlung besteht in der Regel aus einer notfallmässigen Gallenblasenoperation mit gründlicher Spülung der Bauchhöhle sowie hochdosierten Antibiotika. Ist der Zustand zu instabil für eine sofortige Operation, legt das Team zunächst eine Drainage, um die Gallenblase zu entlasten. Wer früh behandelt wird, hat gute Heilungschancen – ohne Behandlung ist eine Gallenblasenperforation lebensgefährlich.
Langfristige Folgen nach der Gallenblasenentfernung
Die meisten Menschen leben nach einer Cholezystektomie beschwerdefrei. Ein Teil der Betroffenen entwickelt jedoch langfristige Beschwerden, die über die Ernährungsumstellung hinausgehen.
Nach einer Gallenblasenentfernung (Cholezystektomie) können verschiedene langfristige Folgen auftreten. Insgesamt ist der Eingriff zwar gut verträglich und die meisten Patienten leben beschwerdefrei – dennoch sollte man die möglichen Auswirkungen kennen.
Veränderte Fettverdauung
Ohne Gallenblase fehlt das Reservoir, das Gallenflüssigkeit speichert und bei Bedarf konzentriert abgibt. Stattdessen fliesst die Galle nun kontinuierlich aus der Leber in den Dünndarm. Bei grösseren, fettreichen Mahlzeiten kann dies zu Verdauungsproblemen führen, da nicht genügend konzentrierte Galle auf einmal zur Verfügung steht. Die meisten Menschen passen sich innert einiger Wochen bis Monate gut an; empfehlenswert sind kleinere, häufigere Mahlzeiten und eine massvolle Fettaufnahme.
Postcholezystektomie-Syndrom (PCS)
Etwa 10–15 % der Operierten entwickeln das sogenannte Postcholezystektomie-Syndrom. Die Beschwerden ähneln jenen vor der Operation: Oberbauchschmerzen, Völlegefühl, Blähungen, Übelkeit, gelegentlich auch kolikartige Schmerzen. Mögliche Ursachen sind im Gallengang verbliebene oder neu gebildete Steine, Funktionsstörungen des Sphincter Oddi, eine Reizung des Gallengangs oder auch Erkrankungen benachbarter Organe (Magen, Bauchspeicheldrüse), die fälschlicherweise der Gallenblase zugeschrieben wurden. Eine gezielte Abklärung (Ultraschall, MRCP, ERCP) ist in solchen Fällen sinnvoll.
Durchfall und weicher Stuhl
Rund 5–20 % der Patienten leiden nach der Operation unter chronischem Durchfall oder weichem Stuhl, die sogenannte Gallensäurenmalabsorption. Da die Galle ständig in den Darm fliesst, können überschüssige Gallensäuren den Dickdarm reizen. Hilfreich sind eine fettmodifizierte Ernährung und – bei stärkeren Beschwerden – Medikamente wie Colestyramin, die Gallensäuren binden. In den meisten Fällen bessert sich die Symptomatik innert einiger Monate deutlich.
Blähungen und Völlegefühl
Viele Betroffene berichten über vermehrte Blähungen, Aufstossen oder ein Druckgefühl im Oberbauch, besonders nach fettigen oder sehr üppigen Mahlzeiten. Eine Umstellung auf leicht verdauliche Kost und das Meiden stark blähender Lebensmittel (Hülsenfrüchte, Kohl, kohlensäurehaltige Getränke) verschafft meist Linderung.
Gallengangssteine (Choledocholithiasis)
Auch nach Entfernung der Gallenblase können sich Steine im Hauptgallengang bilden oder aus der Leber stammende Kristalle Beschwerden verursachen. Symptome sind erneute Koliken, Gelbsucht oder eine Cholangitis (Gallengangsentzündung). Solche Steine lassen sich in der Regel endoskopisch mittels ERCP entfernen.
Erhöhtes Risiko für Refluxbeschwerden
Einige Studien weisen darauf hin, dass nach einer Cholezystektomie häufiger ein Gallereflux in den Magen oder die Speiseröhre auftritt. Dies kann zu Sodbrennen, Magenschleimhautreizungen (Gastritis) und in seltenen Fällen langfristig zu Veränderungen der Schleimhaut führen. Protonenpumpenhemmer oder gallenbindende Medikamente können hier helfen.
Leichte Gewichtsveränderungen
Manche Patienten nehmen nach der Operation leicht ab – meist wegen der vorsichtigeren Ernährung – andere wiederum zu, wenn sich die Schmerzen legen und der Appetit zurückkehrt. Langfristig gleicht sich das Gewicht meist wieder dem Ausgangsniveau an.
Mögliche Auswirkungen auf den Stoffwechsel
Neuere Studien diskutieren einen Zusammenhang zwischen Cholezystektomie und einem leicht erhöhten Risiko für nicht-alkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD), metabolisches Syndrom und in seltenen Fällen Dickdarmerkrankungen. Die Datenlage ist jedoch uneinheitlich, und die klinische Relevanz für den einzelnen Patienten gering. Ein gesunder Lebensstil mit ausgewogener Ernährung und Bewegung ist die beste Prävention.
Narben und Bauchwandkomplikationen
Nach einer laparoskopischen Operation bleiben meist nur kleine, unauffällige Narben zurück. Selten kann sich an einer Trokareinstichstelle eine Narbenhernie (Bauchwandbruch) entwickeln – vor allem bei Übergewicht, schwerer körperlicher Belastung zu früh nach der Operation oder Wundheilungsstörungen.
Seltene Spätfolgen
In sehr seltenen Fällen treten Verletzungen oder Vernarbungen am Hauptgallengang (Gallengangsstenose) auf, die Jahre später zu Beschwerden wie wiederkehrender Gelbsucht oder Cholangitis führen können. Solche Komplikationen erfordern eine spezialisierte Behandlung.
Was die Lebensqualität betrifft
Die grosse Mehrheit der Patienten ist nach der Operation deutlich beschwerdefreier als zuvor. Die typischen Gallenkoliken verschwinden, und die ursprüngliche Lebensqualität kehrt meist rasch zurück. Studien zeigen, dass über 85 % der Operierten mit dem Ergebnis langfristig zufrieden sind.
Empfehlungen für die Zeit nach der Operation
Empfehlenswert sind eine ausgewogene, leicht fettmodifizierte Ernährung, regelmässige Bewegung, ausreichende Flüssigkeitszufuhr sowie kleinere, häufigere Mahlzeiten. Bei anhaltenden oder neu auftretenden Beschwerden – insbesondere Schmerzen, Gelbsucht, Fieber oder starkem Durchfall – sollte eine ärztliche Kontrolle erfolgen.
Nachsorge und Ernährung nach der Gallenblasenentfernung
Nach der Gallenblasenentfernung verändert sich die Fettverdauung, da die Galle nicht mehr in der Gallenblase zwischengespeichert wird. Stattdessen fliesst die Galle kontinuierlich und in weniger konzentrierter Form direkt von der Leber in den Darm. Diese verdünnte Galle steht zwar dauerhaft zur Verfügung, fehlt jedoch in der konzentrierten Menge, die der Körper besonders nach fettreichen Mahlzeiten benötigt.
Viele Menschen erleben in den ersten Wochen nach der Gallenblase OP Beschwerden wie Völlegefühl, Blähungen, Übelkeit oder weichen Stuhl – insbesondere nach fettreichen Mahlzeiten. In seltenen Fällen treten Fettstühle auf, bei denen unverdautes Fett mit dem Stuhl ausgeschieden wird. Der Körper passt sich mit der Zeit an diese veränderte Verdauungssituation an, und die meisten Betroffenen vertragen nach einigen Wochen wieder normale Fettmengen.
In der Anfangsphase nach der Cholezystektomie empfiehlt sich fettarme, schonende Kost in kleinen Portionen, verteilt über den Tag. Die Fettzufuhr kann dann allmählich gesteigert werden. Eine dauerhaft sehr fettreiche Ernährung mit frittierten Speisen, schweren Saucen oder grossen Mengen tierischer Fette verursacht auch langfristig mitunter Beschwerden. Eine bewusste, ausgewogene Ernährung hilft dem Körper, sich schneller an die Verdauung ohne Gallenblase zu gewöhnen.
Häufige Fragen zur Gallenblase OP
Lassen sich Gallensteine ohne Operation entfernen?
Gallensteine, die Beschwerden verursachen, werden in der Regel durch eine Cholezystektomie behandelt, da die Entfernung der Gallenblase die Ursache beseitigt und ein Wiederauftreten verhindert. Medikamentöse Auflösungsversuche sind nur bei reinen Cholesterinsteinen und unter bestimmten Voraussetzungen möglich, gelten aber nicht als Standardbehandlung.
Kann die Gallenblase OP ambulant durchgeführt werden?
Ja, die minimalinvasive Cholezystektomie per Laparoskopie ist häufig ambulant möglich. Patientinnen und Patienten können bei komplikationslosem Verlauf oft noch am selben Tag nach Hause zurückkehren.
Welche Folgen hat die Gallenblasenentfernung für die Verdauung?
Ohne Gallenblase fliesst die Galle kontinuierlich und weniger konzentriert von der Leber in den Darm. In den ersten Wochen nach der Gallenblase OP treten bei vielen Betroffenen vorübergehend Beschwerden wie Blähungen oder weicher Stuhl auf, der Körper passt sich jedoch an.
Wie lange dauert die Erholung nach einer Cholezystektomie?
Bei einem minimalinvasiven Eingriff können Patientinnen und Patienten meist noch am selben Tag oder nach 2 bis 3 Tagen das Spital verlassen.
Wann ist eine Gallenblase OP dringend notwendig?
Eine notfallmässige Cholezystektomie ist bei einer Gallenblasenperforation, einer schweren akuten Gallenblasenentzündung oder bei Gallengangssteinen mit Gelbsucht und Infektion erforderlich. Starke Gallenschmerzen im rechten Oberbauch, Fieber und eine harte Bauchdecke sind typische Warnsignale.e nach der Operation wird empfohlen, fettarme, schonende Kost in kleinen Portionen über den Tag verteilt zu sich zu nehmen. Allmählich kann die Fettzufuhr dann wieder gesteigert werden. Eine dauerhaft sehr fettreiche Ernährung – z.b. mit frittierten Speisen, schweren Saucen oder grossen Mengen tierischer Fette – kann jedoch auch langfristig Beschwerden verursachen. Eine bewusste, ausgewogene Ernährung hilft dem Körper, sich schneller an die veränderte Verdauungssituation ohne Gallenblase zu gewöhnen.
